Posts mit dem Label morbus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label morbus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 26. Jänner 2009

Zwei Jahre

DSC_38618
Sind seit der Geburt unseres Jüngsten nun vergangen, und er etnwickelt sich prächtig ohne dass ein Eingriff oder auch nur eine Medikation erforderlich gewesen wäre. Bis auf die Kontrolle (Echo, EKG, O2Sättigung) alle paar Monate, führt er ein völlig normales Leben... ohne Einschränkungen.
Er ist aufgeweckt und aktiv, und macht mit seinem grossen Bruder allerhand Schabernack.

Hier gehts zur Gegenwart....

Freitag, 19. Jänner 2007

Und? Wie gehts...?

Wenn Nachwuchs ins Haus steht, erkundigen sich die Bekannten gern, ob er sich denn schon eingestellt habe. Diese, vor allem gegen Ende der Schwangerschaft häufig gestellten Frage, wehrt ER, der heute im Dienst der Humanität steht, so kurz wie unverbindlich ab. Man könnte an eine glückliche Fügung glauben, dass gerade heute ein Einsatzfahrzeug in Reparatur ist, so dass Mann nach kurzer Zeit wieder zu IHR zurückkehren kann.

SIE hatte auch diese Nacht, nicht zuletzt wegen Kyrill, schlecht geschlafen. Der GROSZE hatte geweint und war nächtens ins Ehebett übersiedelt worden. Als ER sich verabschiedet merkt man IHR an, wie sehr sie das alleine sein bedrückt.
Die Jahreshauptversammlung zu besuchen erspart IHM der Dienstführende, den ER ins Vertrauen gezogen hatte.
SIE findet der Dienstführende sei ein “ganz liaba!“ - Danke auch der verständnisvollen Ehegattin des selbigen.
Nachmittags gelingt es IHR und dem GROSZEN endlich eine Mütze Schlaf zu finden. Derweil nimmt ER die Schäden die das Sturmtief angerichtet hatte in Augenschein. Der Anruf bei SEINEN Eltern scheint sie zu alarmieren, doch die Sorge ist unbegründet. ER braucht lediglich Unterstützung beim beseitigen des umgestürzten Baumes im Garten. Und das hat zeit bis morgen – sofern es nicht regnet.

Donnerstag, 18. Jänner 2007

Das WARUM

Eine Nacht der Verzweiflung. ER hört SIE schluchzen, husten; sniefen. Auch der GROSZE wälzt sich weinend in seinem Gitterbettchen. Ob er an sein krankes Geschwisterchen denkt?

Mehr noch als am Abend zuvor macht SIE sich online schlau, was denn diese Diagnose zu bedeuten habe. SIE hat sich etwas gefasst. Getraut sich kurze, dann immer längere Telefonate zu führen ohne Angst in Tränen auszubrechen. IHN will SIE jedoch lieber nicht zum Ohrenzeugen haben.

WARUM?

Schon in den ersten Gesprächen stellt SIE die Frage nach der Ursache. Der Oberarzt hatte nach der Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft gefragt, da Lithiumpräparate diese Form der Fehlbildung oft auslösen. Oder vielleicht hängt es mit der Aortenverengung zusammen an der IHR Vater litt. Es wäre möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich.

In 80% der Herzfehler könne man keine Ursache identifizieren. Sie entstehen schicksalhaft. Eines von 100 Neugeborenen ist davon betroffen. Weniger als 1% der Herzfehler sind Ebstein-anomalien.

Lithium ist ein Leichtmetallsalz, sehr ähnlich dem Magnesium das SIE häufig zu sich genommen hat, fand sie nach Internetrecherchen heraus. Die Frage nach dem WARUM bleibt unbeantwortet. Schicksalhaft nennt die Literatur diese Entstehung. Man kann nichts dagegen tun. Wehe dem der einen Schicksalslenker am Werk sieht und in dem was uns zustößt einen Plan zu erkennen sucht. ER tut das jedenfalls nicht.

Mittwoch, 17. Jänner 2007

Wilhelm Ebstein

Es war dunkel in dem Zimmer. Sie lag still auf der Untersuchungsliege. Ihr Mann stand zu ihren Beinen und lauschte dem Gemurmel der drei Mediziner die die Ultraschallbilder interessiert interpretierten. Sie schienen etwas Bedeutendes entdeckt zu haben. Schließlich erscheint die Zeile „mb ebstein“ am Monitor des Ultraschallgeräts. Getippt vom – die Untersuchung führenden Oberarzt. Die beiden anderen nicken bedeutungsvoll.
Eine Herzklappe sei nicht richtig angelegt und das Herz daher nicht normal ausgebildet. Ein Spezialist in der Landeshauptstadt wird den Befund überprüfen und ggf. die weiteren Schritte mit ihnen besprechen.
So trat der alte Arzt und Wissenschafter Wilhelm Ebstein in das Leben der Jungen Familie.

Der Spezialist, dessen Assistentin zunächst – trotz eingehender Begutachtung – nichts auffallend fand, erkennt mit wenigen Blicken „Ja das ist ein Epstein, die Bewegung des Septums ist dafür ganz typisch“. Dann erklärt er der Kollegin ausführlich die Auffälligkeiten, nicht ohne sich bei IHR zu erkundigen ob der Druck auf den Bauch nicht zu schmerzhaft sei. Doch SIE erduldet auch diese Untersuchung ohne zu jammern.
Schließlich erklärt der Spezialist die Diagnose und rät zu einer Entbindung im eigenen Haus, da dann für das Neugeborene nötigenfalls sofort auf die Spezialstation aufgenommen werden könne. Es sei gut den Fehler jetzt entdeckt zu haben, da man nun genau wisse mit welchen Komplikationen man zu rechnen habe. Auch könne medikamentös viel gewonnen werden. Kurz man sei therapeutisch einen Schritt voraus.
Abschleißend berichtet er IHNEN über gute Aussichten, dass IHR Kind sich normal entwickeln könne.
Im Kreiszimmer wird ein CTG geschrieben, eine Gynäkologin findet dass einer natürlichen Geburt nichts im Wege stehe solange die Herztöne in Ordnung seinen. Daher wird das PAAR spazieren geschickt und ein zweites CTG, das in Ordnung ist, geschrieben.
Schließlich dürfen SIE, mit der Bitte sich doch einen Termin auf der Schwangerenambulanz am Montag zu vereinbaren, entlassen.

Es ist dunkel und SIE ist still. SIE hat kaum gegessen und sieht sich außer Stande jemanden anzurufen. Der GROSZE ist bei Oma und Opa und bestens gelaunt. Laut lachend begrüßt er seine Eltern. SIE weint. Sie kann kaum Essen, obwohl Oma opulent aufgekocht hat. Dennoch will sie ihren GROSZEN mit nach Hause nehmen.